Archiv aus dem Jahr 2013

Leben retten, Tote bergen

Wir sind keine Helden." Bekräftigendes Nicken im Vereinsheim der DLRG. Und doch leisten die Frauen und Männer, die hier im Schulungsraum sitzen, das ganze Jahr über Außergewöhnliches. Sie gehen ins kalte Wasser, tauchen unter Eis, suchen Vermisste – allzeit einsatzbereit bei Wind und Wetter. Zwei Beispiele.

Bodenseekreis – 22. Januar. Eine stürmische Winternacht ist angebrochen. Bei sieben bis acht Beaufort Windstärke türmen sich hohe Wellen auf dem See. Eben haben die Fernsehnachrichten die Havarie der „Costa Concordia“ gemeldet, da piepsen die Funkempfänger. Die österreichische Seepolizei hat einen internationalen Alarm abgesetzt: In der Bregenzer Bucht werden zwei Sportfischer vermisst.

Angespannte Suche

Auch in Friedrichshafen schlägt das Wasser mit lautem Klatschen bis über die Hafenmauern. In Windeseile hat die DLRG eine Besatzung zusammengestellt und legt mit ihrer „Hugo Eckener“ ab. Das Boot soll Teil einer Suchkette werden – mit Schiffen der Polizei, der Feuerwehr, der Wasserwacht und weiterer Rettungsorganisationen. Bei Langenargen geht‘s los. Aus Dutzenden von Schiffen blenden Suchscheinwerfer auf.

Meter für Meter steuern die Suchtrupps ihre Boote durch den schäumenden See. Er spuckt seine Gischt ins offene DLRG-Boot, wo der Besatzung die Anspannung ins Gesicht geschrieben ist. „Du willst die Männer ja finden. Du schaust so angestrengt, dass du glaubst, hinter jeder Schaumkrone was zu sehen.“

Der Adrenalin-Pegel steigt von Stunde zu Stunde. Bis zur Rheinmündung bewegt sich die Suchkette, trifft dort auf eine zweite Kette, und steuert die gesamte Strecke wieder zurück – zweiter Suchdurchgang. Erst weit nach Mitternacht wird die Aktion abgebrochen. Ohne Ergebnis. „Da bleibt schon ein schales Gefühl zurück.“

Am Morgen klingelt bei den meisten um fünf oder sechs Uhr der Wecker. Sie haben ja auch noch einen fordernden Job, DRLG‘ler sind sie nur im Ehrenamt. Im Verlauf des Tages wird das Boot der vermissten Fischer gefunden. Es ist leer. Die beiden Männer bleiben verschwunden. Bis heute hat der See sie nicht preisgegeben.

Gefährliches Paradies

Ortswechsel. Der Bodensee bei Überlingen ist ein Taucherparadies. Aber eines, das schon viele Taucher ins Jenseits befördert hat. Am 31. August steigen zwei erfahrene Männer in die Tiefe, doch nur einer von ihnen kommt wieder zurück.

Die Rettungstaucher der DLRG werden an diesem Freitagabend aus der Feierabend-Ruhe aufgeschreckt. Die meisten sitzen mit ihren Familien gerade beim Abendessen. Sie rasen zum DLRG-Haus in Friedrichshafen, packen die Ausrüstung ein, mit Blaulicht geht‘s nach Überlingen.

Es ist mal wieder ein Einsatz bei Nacht. 14 DLRG-Taucher gehen in die Tiefe, teils vom Ufer aus, teils von einem Boot auf dem See. Sie tauchen bis zur Abbruchkante 30 Meter unter der Wasseroberfläche. Der See ist dunkel, kalt, es gibt nur wenig Sicht. So tasten sie sich vor, wühlen mit den Händen durch die Ablagerungen an der Felskante, immer darauf gefasst, plötzlich ins Gesicht eines Toten zu blicken.

„Meist bergen wir Tote“

Es ist bereits klar: Mehr können sie nicht mehr tun. „Für die Angehörigen ist es wichtig, dass der Tote geborgen wird.“ In dieser Nacht gelingt das nicht mehr. Erst zwei Tage später findet die Wasserschutzpolizei den Vermissten mit einer Suchkamera in 75 Metern Wassertiefe.

Oft haben es die DLRG‘ler mit extremen Situationen zu tun. Doch sie resignieren nicht. Sie trainieren, bilden sich fort, lernen Boot fahren, funken und wie man Bewusstlose wiederbelebt. Rund um die Uhr sind sie einsatzbereit. Rein ehrenamtlich. Keine Helden? Jedenfalls auch keine Anti-Helden.

Quelle: Wochenblatt - 27.12.2012

 

Jahreshauptversammlung 2013

Mehr als 10.800 Stunden ehrenamtliches Engagement

DLRG Friedrichshafen blickt bei Jahreshauptversammlung auf ereignisreiches Jahr 2012 zurück

So viele Mitglieder wollten sich über die Arbeit der DLRG informieren, daß die Versammlung auch dieses Jahr wieder in die Halle des Trachtenvereins ausgelagert werden mußte.

Vorsitzender Rudi Krafcsik zog eine positive Bilanz des vergangenen Kalenderjahres, dankte den Rettern für Ihren ehrenamtlichen Einsatz und gab einen Überblick über die Vielfalt der Aufgaben.

Diese beschränkten sich nicht nur auf zehn Alarmeinsätze, sondern reichten von der Absicherung des Eurobike Lake Jump, der Rund-Um-Regatta und zahlreichen weiteren Veranstaltungen auf und am Wasser bis zum Abzeichenverkauf beim Seehasenfest und der ständigen ganzjährigen Einsatzbereitschaft. Auch die örtlichen Strandbäder wurden bei der Sicherung des Badebetriebes durch Wachgänger der DLRG unterstützt.

Im kommenden Jahr wird ein Anbau an die Wasserrettungsstation nötig, da die DLRG aufgrund ihrer satzungsgemäßen Mitarbeit im Katastrophenschutz ein weiteres Fahrzeug unterbringen muß. Trotz Zuschüssen und der umfangreichen Erbringung von Eigenleistungen muß ein Teil des Geldes hierfür von der Ortsgruppe getragen werden, weshalb die DLRG auf Spenden dringend angewiesen ist.

Daß die Vorbeugung von Unfällen am und auf dem Wasser eine wichtige Rolle in der Vereinsarbeit spielt, wird deutlich durch knapp 100 verliehene Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen alleine im vergangenen Jahr.

Da in einem jung gebliebenen Verein die Jugendarbeit zu den wesentlichen Aufgaben gehört, konnte der stv. Jugendleiter Marco Hiltel von einem beeindruckenden Programm berichten. Der Besuch der Pfahlbauten und die Teilnahme an den Ailinger Ferienspielen sind nur zwei Beispiele, die zeigen, daß man bei der DLRG vor allem eins haben kann: Spaß.

In der bewährten Besetzung des Vorstandes gab es keine Änderungen, dieser wurde einstimmig entlastet. Die äußerst wichtige Arbeit der Kassenwarte wurde ebenfalls mit einer Entlastung belohnt.

Nach vielen Zahlen und Fakten wurde es zum Schluß noch einmal stimmungsvoll.

Für 10-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Akyidiz Beythullah, Edeltraud, Gabriele, Sebastian und Stefanie Helms, Marvin Maidl, Kilian Versen, Jennifer Fimpel, Maximilian Klaedke, Jana Maier, Verena Weyermann, Michaela Hayen, Isabell Koch und Georg Stefani. 25 Jahre dabei sind Martina Beckesch, Marcel Fuhrmann, Heike Schumann, Claudia Prinz, Pia Ege, Rudolf Schmitt und Marc Cziczek. 40 Jahre im Dienst der DLRG sind Volker Diemer, Ralf und Gerd Lochbühler, Peter Veit, Peter Keller, Rudi Schilha und Manfred Seitzer. Besondere Treue bewiesen Ingeborg Bailer (50), Gabriele Dortenmann (50), Wolfgang Kosemund (50), Herbert Degen (60) und Guido Zehrer (60).

Die DLRG Friedrichshafen bedankt sich noch einmal herzlich bei allen Helfern und Aktiven!

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung - 19.3.2013

 

 

Sporttaucher im Bodensee vermisst

Ein 40-jähriger Sporttaucher aus dem östlichen Bodenseekreis wird seit Karfreitag gegen Mittag im Bodensee vor Meersburg vermisst. Der als erfahren geltende Sporttaucher führte seinen Tauchgang vom sogenannten Plätzle aus alleine durch und benutzte hierfür ein technisch hochwertiges Kreislauftauchgerät, mit dem er auch in größere Tiefen vordringen kann. Zum besseren Vorwärtskommen unter Wasser nutzte er außerdem einen sogenannten Scooter, also einen elektrisch betriebenen Antrieb. Nachdem der Notruf eingegangen war, suchten Einsatzkräfte der DLRG Bodenseekreis und Konstanz erfolglos mit Rettungstauchern bis zu einer Wassertiefe von 30 Metern. Auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers sowie weiteren Booten der DLRG, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei erbrachten bisher keine Erkenntnisse zum Verbleib des Vermissten. Die Polizei plant nun, in den nächsten Tagen mit dem Unterwasser-Videosystem (ROV) der Wasserschutzpolizei Überlingen nach dem Vermissten zu suchen.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 30.3.2013

 

Strömungsrettungsübung Rotach

Ausbildungswochenende Mai


Video: S. Friess

Unwetter

Erwartete Gewitter mit Sturmböen um 80 km/h, Hagel und Starkregen konnten einige Segler nicht vom Segeln abhalten. Einige Hartnäckige ignorierten selbst die Starkwindwarnung und die anschließende Stumwarnung. Gegen 19:30 zog ein Gewitter auf, das in kürzester Zeit Segler und Surfer in Seenot brachte. Doch auch wer sich auf den Weg zum nächsten Hafen gemacht hatte, drohte nun durch den Wellengang ans Ufer oder gegen die Hafenmauer geworfen zu werden. Bis nach Mitternacht waren sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte der DLRG und Wasserschutzpolizei im Einsatz.

Quelle: S. Friess - 19.6.2013

Mann über Bord vor dem Kressbronner Ufer

Heute wurde ein 48-jähriger Segler beim Familienausflug mit einer gecharterten Yacht vom Großbaum getroffen und ging über Bord. Gegen 13:30 Uhr wurden die Einsatzkräfte der DLRG zu dem Einsatz vor Kressbronn gerufen. Gemeinsam mit Booten von Feuerwehr und Wasserschutzpolizei bildeten sie eine Suchkette auf dem See, aus der Luft wurde die Suche durch einen Helikopter unterstützt. Das Seegartengelände wurde für die Dauer des Einsatzes im gesamten Uferbereich abgesperrt. Bis zum Abbruch der Suche konnten die Einsatzkräfte lediglich eine Jacke und Mütze des vermissten Mannes finden. Die Suche wird morgen fortgesetzt.

(Quelle: S. Friess - 23.6.2013)

 

Segler auf dem Bodensee vermisst – erneute Suchaktion im Gange

Noch immer sucht die Wasserschutzpolizei nach dem Mann, der seit Sonntagnachmittag vermisst wird. Der 48-jährige Segler war mit einem gecharterten Segelboot des Typs „Bavaria 36“ zusammen mit zwei Frauen im Alter von 38 und 47 Jahren sowie seinen zwei fünf und acht Jahre alten Kinder bei Windstärken zwischen 2 und 4 Beaufort im Seeraum zwischen Kressbronn und Nonnenhorn unterwegs, als er vom Baum des Großsegels an der Schulter getroffen und in das Wasser geschleudert wurde.

Trotz sofortiger Rettungsversuche der segelunkundigen Mannschaft ging der 48 Jährige vor ihren Augen unter. Eine sofortige Suche mit mehreren Booten der Wasserschutzpolizei, der DLRG und Wasserwacht, der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen sowie eines Polizeihubschraubers und eines Rettungshubschraubers verliefen erfolglos. Vom Vermissten konnte lediglich eine Mütze sowie eine Jacke aus dem etwa 18 Grad Celsius kalten Wasser geborgen werden. Nach Einholen der Segel durch Beamte der Wasserschutzpolizei konnte die Besatzung das Segelboot unter Motorkraft selbstständig in den Ultramarin-Hafen steuern und wurde dort vom Notfall-Nachsorge-Team des Deutschen Roten Kreuzes in Empfang genommen und betreut.

Am Montag haben gegen 9.30 Uhr insgesamt sechs Boote und mehrere Beiboote der Wasserschutzpolizei, des Zolls und der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen mit einer neuerlichen Suche begonnen. Gleichzeitig erfolgt auch landseitig eine Absuche des Uferbereichs. Diese Suche verlief bislang ebenfalls erfolglos.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 24.6.2013

 

Wir wären dann soweit...

... der Sommer kann kommen!

Im Strandbad Fischbach befreiten heute morgen fleißige Helfer der DLRG Schramberg (Schwarzwald) und Friedrichshafen den Strand von  Treibholz und angeschwemmtem Müll. Auch die frisch renovierte Wachstation in Fischbach ist bereit für den Ansturm von sonnenhungrigen Badegästen. Aber schnell, bevor er wieder vorbei ist, der Sommer 2013 !

Drachenbootrennen Eriskirch

 

Im Rahmen des Verbandsmusikfestes feierte die Musikkapelle Eriskirch ihr 100-jähriges Bestehen. Außer Musik und Geselligkeit gab es auch ein äußerst effektives Programm zur Fettverbrennung, das Drachenbootrennen, bei dem der Schweiß von 24 Teams literweise floß. Wie immer sorgte auch hier die DLRG für die Sicherheit auf dem Wasser.

Seehasenfest 2013

Tauchen im Trüben und Retten im Regen?

Nein, das Seehasenfest gehört sicher zu den angenehmeren Diensten der DLRG. Einige Impressionen eines äußerst abwechslungsreichen Wochenendes.

Zu den Aufgaben der DLRG zählten die Absicherung von Entenrennen, Feuerwerk, Einholung und Verabschiedung des Seehasen, der romantischen Nacht auf dem See, etc.

Die ehrenamtlichen Helfer der Ortsgruppe Friedrichshafen waren an allen Festtagen als Sanitätsdienst auf dem Wasser und an der Promenade im Einsatz. Zum Glück gab es dieses Mal jedoch keine ernsthafen Vorkommnisse.

Der Höhepunkt war natürlich das Fischerstechen, das wieder einmal die Massen begeisterte. /sf

Bilder der Schwäbischen Zeitung

 

Seedurchquerung 2013

Am Samstag, dem 3. August um 8:10 Uhr sprangen fünf Schwimmer vor Romanshorn in den Bodensee. Ihr Ziel war das 14 km entfernte Friedrichshafen. Der leicht bedeckte Himmel und ein ruhiger See mit 23 °C boten der Gruppe optimale Bedingungen. Ziel der DLRG-Querung war diesmal kein Weltrekord, sondern das gemeinsame Erlebnis und die Belohnung eines langen, harten Trainings.

Die erste Gruppe, bestehend aus Jürgen Schneider, Christian Wohlfahrt und Karsten Hayen von der DLRG Friedrichshafen erreichte das Strandbad Friedrichshafen gemeinsam um 14 Uhr, Willi Beiter und Ferdinand Minnerath (DLRG) trafen eine Stunde später ein.

So gab es zum Schluß fünf, überraschend frische, Gewinner, die im Strandbad von Friedrichshafen von hunderten Zuschauern begeistert empfangen wurden. /sf

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung - 6.8.2013

Vicky und die starken Männer - Wasserrettung in letzter Sekunde

Auch am Sonntag gab es wieder einige Freizeitkapitäne und Schwimmer, die sich nicht von den blinkenden Sturmwarnleuchten beeindrucken ließen. Als nun im Freibad Fischbach die Badegäste aufgefordert wurden, aufgrund des zunehmenden Windes den See zu verlassen, war auch die kleine Vicky*, 5 Jahre, mit ihrem knallroten Gummiboot im Wasser.

Alle Schwimmer waren folgsam ans sichere Ufer geschwommen, nur vier muskulöse, junge Männer befanden sich noch weit draußen im See. Während drei von ihnen mit der starken Strömung kämpften und um Hilfe riefen, hatte sich einer bereits an einer Boje "in Sicherheit" gebracht und versuchte, von dort aus auf sich aufmerksam zu machen. Alle konnten von der DLRG wieder ans rettende Ufer gebracht werden und machten sich sogleich mit "viel Wodka" im Blut auf den Rückweg zum benachbarten Strand. Abkürzung über den Zaun.

Und die kleine Vicky? Ach ja, die hatte sofort brav das Wasser verlassen und wurde dafür gerade am Kiosk mit einem dicken Eis belohnt.

Es waren die vier jungen Männer, die es wieder einmal bewiesen hatten. Drei Viertel aller Ertrinkungstoten sind männlich. Zu den Hauptursachen von Badeunfällen gehören Selbstüberschätzung, Leichtsinn und Alkohol. Also, sei beim Schwimmen lieber mal Vicky. /sf

* Name von der Redaktion geändert

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht im Fischbacher Ortsblättle - 8.8.2013

Interboot 2013

Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wasserrettung, einem Zusammenschluss der Wasserrettungsorganisationen am Bodensee (DLRG, SLRG, ÖWR und der Wasserwacht des DLRK präsentiert sich die DLRG Friedrichshafen auch dieses Jahr gemeinsam mit diesen auf der Interboot. Unterstützt wird sie hierbei seit einigen Jahren von Helfern der DLRG-Ortsgruppen Stade und Cuxhaven (Niedersachsen).

Diese hatten nicht nur eine recht weite Anreise, sondern opfern - wie einige Mitglieder des Messeteams - zudem einen Großteil ihres Jahresurlaubs, um ihre Organisation zu repräsentieren und dem nicht abreißenden Strom vom Messebesuchern unermüdlich Rede und Antwort zu stehen.

Doch viel Arbeit gibt es auch hinter den Kulissen, wo das Team im Hotel "Rettungswache" eine Woche lang kulinarisch versorgt wird. Viel Zeit für Sightseeing gibt es da nicht.

Bilder und Berichte zur Interboot 2013 auf der Seite des Landesverbandes

Bei „Mann über Bord“ sind die Retter da

Interessante Vorführungen und Informationen am DLRG-Stand auf der „Interboot“ – Resonanz „Fantastisch“ 

Von Michael Tschek
Die Stände 510 und 510 a in der Halle A3 und außerhalb am Messe-See haben im Laufe des gestrigen Freitags immer wieder das Interesse vieler Besucher auf der Messe „Interboot“ geweckt. Den Grund dazu lieferten die DLRGler und Wasserretter aus dem gesamten süddeutschen Raum zusammen mit ihren befreundeten Helfern von der Österreichischen Wasserrettung (ÖWR), der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) sowie der Bayrischen Wasserwacht (BRK). Sogar aus Cuxhaven und Stade waren DLRGler angereist.

Zu letzteren gehört auch Werner Schallamach. Der rüstige 76-Jährige gehört seit 56 Jahren der DLRG Cuxhaven an. „Die DLRG ist mein Leben“, sagt er, während neben ihm die inzwischen 514. Rettungsweste, seit Beginn der Messe am vergangenen Samstag in Sekundenschnelle um den Hals eines Standbesuchers aufgeblasen wird. Warum sie mitzählen, erklärt der Vorsitzende der DLRG-Ortsverbandes Friedrichshafen, Rudi Krafcsik: „Wir führen eine Strichliste, weil wir die teuren Kartuschen von den beiden Rettungswesten-Herstellern „Secumar“ und „Kadematic“ wieder ersetzt bekommen“.

1960 fuhr man noch Ford Transit

Die Resonanz sei bisher „fantastisch“, stellt Krafcsik zufrieden fest. Im Laufe der Woche sind seinen Angaben nach so rund 80 Frauen und Männer im Einsatz, die in der Halle zum Thema „100 Jahre DLRG“ und „80 Jahre SLRG“ den Wissensdurst der Besucher mit Anschauungsmaterial und Informationen von Rettungswesten bis hin zu Signalmitteln stillen. Nebenbei können auch Relikte aus früheren DLRG-Zeiten sowie ein Ford Transit samt Anhänger mit Ruderboot aus den 60er-Jahren bestaunt werden.

Außerhalb der Halle am Messe-See demonstrieren dann Mitglieder der DLRG Friedrichshafen, der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft mit Standort Kreuzlingen und der Wasserwacht Memmingen, wie ein Rettungseinsatz in der Praxis aussieht. Das Übungsthema der Rettungsvorführung heißt „Selbst- und Fremdrettung“. Als „Übungsopfer“ stellt sich Sebastian Menzinger von der Wasserwacht Straubing zur Verfügung. Im ersten Teil wird demonstriert, wie er sich an einem zugeworfenen Wurfsack noch selber festhalten und dann ins Rettungsboot gezogen werden kann. Der zweite Übungsteil vermittelt den Zuschauern die Rettung des „Über-Bord-Gegangenen“ in hilfloser Lage durch einen Rettungsschwimmer.

Gemeinsame Einsätze mit Einsatzkräften rund um den Bodensee, also über die eigenen Kreisgrenzen hinaus, sind bei besonderen Ereignissen immer wieder ein Thema, weshalb sämtliche Rettungsdienste auch untereinander vernetzt sind, weiß Rudi Krafcsik.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 27.9.2013

 

Zwiebelkuchenfest

Retten. Segeln. Tauchen.

Es ist nicht nur das Wasser, das die Wassersportvereine in Friedrichshafen miteinander verbindet. Auch aktiv werden von allen Seiten Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Austausches gesucht und rege genutzt.

So bietet der Segel- und Motorboot-Club Friedrichshafen (SMCF) auch in diesem Jahr aktiven Mitgliedern der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) den Segel- und Motorbootschein zu besonders günstigen Konditionen an. "Die Verbundenheit zur DLRG ist uns wichtig", unterstreicht Uwe Eggeling, Ressortleiter des SMCF, der den Stein ins Rollen brachte. Daß von diesem Handshake letztendlich beide Seiten profitieren, zeigte sich erst vor wenigen Wochen. Bei der Bergung einer durchgekenterten Jolle vor Langenargen konnte einer der DLRG-Retter bei seiner Arbeit  unter Wasser auch auf seine Kenntnisse aus einem Segelkurs beim SMCF zurückgreifen. 

Das jüngste Projekt: In den letzten Wochen bildeten sich acht Trainer des Tauch-Sport-Club Friedrichshafen zu Rettungsschwimmern weiter. Nach einem 16-stündigen Lehrgang bei der DLRG Friedrichshafen erhielten die Absolventen, darunter der Vorsitzende Hans Schiele, das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber. Initiator des Lehrgangs war Karsten Hayen, der ehrenamtlich als Ausbilder  und  Einsatztaucher der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft als Bindeglied fungierte und mit Unterstützung weiterer DLRG-Ausbilder die "Hobbytaucher" schulte. Es bleibt zu hoffen, daß sie ihre frisch erworbenen Kenntnisse niemals unter Beweis stellen müssen. Doch auch die letzten Tauchunfälle am Bodensee zeigen wieder einmal: "Sicher ist sicher." /sf

Bild (v.l.n.r.): Hans Schiele, Holger Conrad, Irmgardt Eberhardt, Holger Thuy, Karsten Hayen, Katrin Wiedmann - nicht im Bild: Dennis Frank, Carsten Haubenschild, Andreas Kreschel

Übungsabend "Rotachmündung"

Ein symbolischer Akt...

Nachdem es im Hafen immer stiller wurde, hat sich nun auch „Fritz Peter“, das Redundanzboot der DLRG Friedrichshafen ein wärmeres Plätzchen für den Winter gesucht. Die reinste Erholung wird der Winterurlaub wohl nicht werden, denn wie jedes Jahr stehen Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen an, welche die technisch versierteren unter den Rettern in ihrer Freizeit durchführen.

Die Einsatzbereitschaft der DLRG wird hierdurch kein bißchen beeinträchtigt, schließlich hält „Hugo Eckener“ im hinteren Hafen die Stellung. Mit Motorvorwärmung und Heizung sind er und die Mannschaft rund um die Uhr einsatzbereit./sf