Archiv aus dem Jahr 2012

Wenn es Sie eiskalt erwischt

Ausgedehnte Eisflächen laden im Moment bei strahlendem Sonnenschein zwischen Rotachmündung und Eriskircher Ried zum Schlittschuhlaufen ein. An Eisgefahren denkt hier wohl niemand, denn wenn es kracht, steht man hier nur bis zu den Knöcheln im Wasser. Doch wo das Wasser tiefer ist, spielt man mit seinem Leben, wenn man nicht ein paar einfache Regeln beachtet.

15 cm muß das Eis mindestens dick sein, bei fließenden Gewässern wie der Rotachmündung sogar mindestens 20 cm. Allgemein gilt: Je dunkler das Eis, desto dünner. „Ausprobieren“ funktioniert nicht, denn dieser Versuch kann tödlich enden. Daß das Wasser recht kalt ist, leuchtet jedem ein, doch warum ist das so gefährlich?

Wasser leitet Wärme etwa 25 mal besser als Luft, d.h. es leitet auch die Körperwärme etwa 25 mal schneller aus dem Körper, als das an der Luft der Fall wäre. Der Körper steuert dem zwar entgegen, indem die Gefäße der Extremitäten sich verengen, um die Wärme im Körperkern zu halten. Und wer schnell wieder auf’s Trockene kommt, sei es aus eigener Kraft oder mit fremder Hilfe, kommt meist mit einer Unterkühlung davon. Bei einem Eisunfall zählt also für die Retter der DLRG jede Sekunde, in der der Körper weiter auskühlt. Die eisige Kälte des Wassers verursacht zudem starke Schmerzen und lähmt die Gliedmaßen in wenigen Minuten. Während die Überlebenszeit im 15 Grad kalten Wasser noch ca. 6 Stunden beträgt, verkürzt sich diese Zeit bei einer Wassertemperatur von 4 Grad bereits auf bis zu eine halbe Stunde.

Die Eisregeln der DLRG finden Sie hier

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht auf www.ibn-online.de - 7.2.2012

 

 

Hart, härter, DLRG: Abtauchen bei minus elf Grad

Die Eistaucher warnen während einer Übung vor der Einbruchgefahr auf Eis

Die beiden Sporttaucherinnen Roxana und Anna üben mit Hilfe einer Aluleiter die Rettung im Eis eingebrochener Personen. (Foto: ah)

Von Andy Heinrich

Mitglieder der Einsatztauchergruppe des DLRG Bodenseekreis haben am Sonntagvormittag im Langenargener Yachthafen ein Übungstauchen unter Eis sowie verschiedene Eisrettungsübungen absolviert.

Mit minus 11 Grad ist es bitter kalt. Eine etwa 15 Zentimeter dicke Eisschicht überzieht das gesamte, große Hafenbecken, das sich mystisch und surreal in der aufgehenden Sonne spiegelt. Bereits kurz vor 9 Uhr treffen sich vier Taucher sowie zwei weibliche Sporttaucher, um gemeinsam mit Taucheinsatzführer Wolfgang Nickel die gegebene Situation in einem kurzen Briefing zu besprechen.

Angenommen wird die Suche nach einer vermissten Person, die im Eis eingebrochen und unter der dicken Eisdecke verschwunden ist. Parallel dazu wird ein weiteres Team verschiedene Szenarien von klassischen Rettungen im Eis durchführen. „Die Vorbesprechung ist sehr wichtig. Hierbei geht es im wesentlichen um die Gegebenheiten und Verhältnisse samt Notlage vor Ort, um das richtige Verhalten der Taucher unter Wasser, die sichere Verbindung des Tauchers zum Signalmann, sowie um den witterungsgerechten Umgang mit der Ausrüstung“, erklärt Wolfgang Nickel gegenüber der Schwäbischen Zeitung.


Bereits die Vorarbeiten, das Durchsägen und -schlagen mehrerer größerer Löcher, bereitet anfangs Probleme. „Mit dieser dicken Eisdecke hatten wir hier nicht unbedingt gerechnet. Soeben hat sich unsere Motorsäge verabschiedet. Nun gilt es, mittels Pickel und Vorschlaghammer weiterzumachen, das hält frühmorgens fit“, scherzt der Tauchwart.

Gewichtverteilung ist wichtig

Dann ist es geschafft. Abgesichert durch den Signalmann, macht sich der erste Taucher auf, um in der unwirklichen Welt rund 15 Minuten lang nach dem angenommenen Vermissten zu suchen. Parallel dazu üben in einem anderen Hafenabschnitt die Sporttaucherinnen Roxana und Marie die Selbst- und Fremdrettung im Eis eingebrochener Personen. „Zur Befreiung benützen wir zunächst eine zwei bis drei Meter lange Alu-Leiter, die vorsichtig an das Eisloch geschoben wird, um das eigene Körpergewicht zu verteilen. Zudem kommen ein Bergetuch, sowie ein Kombiretter und Leinen zum Einsatz“, weiß Nickel und gibt für alle Eisfans Tipps: „Vergewissern Sie sich unbedingt, dass das Eis eine Stärke von mindestens zehn Zentimetern hat und achten Sie auf versteckte Löcher, die durch aufsteigende Gase entstehen können sowie auch auf Risse. Vor allem aber, gehen sie nie alleine aufs Eis!“ Realeinsätze gibt es bei den Tauchern der DLRG ein- bis zweimal im Jahr. „Eine Rettung vermisster Personen unter dem Eis mussten wir Gott lob noch nie durchführen. Umso wichtiger sind die Übungen, um für den Fall der Fälle bestens vorbereitet zu sein.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 13.2.2012

Eisrettungsübung 2012

DLRG schwimmen Mitglieder davon

Bei der Hauptversammlung der Ortsgruppe Friedrichshafen der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) hat Vorsitzender Rudi Krafcsik von insgesamt 9336 geleisteten Stunden berichtet. „Das ist eine beachtliche Leistung“, lobte er.

Leider sei die Tendenz bei der Zahl der Mitglieder – aktuell 777 – eher fallend. „Gegen diesen Trend wollen wir 2012 größere Aktionen starten, um Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen.“

Da das Vereinsheim aus allen Nähten platze, seien zwei zusätzliche Garagen bei der Stadt beantragt, berichtete Krafcsik. „Nun kam die Absage. Der Ort wurde zum Biotop ernannt.“ Möglich sei ein Anbau auf beiden Seiten des Vereinsheims für zwei Fahrzeuge. „Wir planen aber erst weiter, wenn wir von der Stadt eine Zusage bekommen“, informierte der Vorsitzende. Sein Antrag, den Mitgliedsbeitrag wegen steigender Kosten moderat zu erhöhen, wurde mit 13 Enthaltungen angenommen. Erwachsene und Jugendliche bezahlen nun 39 Euro im Jahr (vorher 33 und 32 Euro), Familien 78 Euro (vorher 68 Euro) und Körperschaften 88 Euro (vorher 66 Euro).

Technischer Leiter Jens Kaboth berichtete von insgesamt 17 Alarmeinsätzen. „Das Motorrettungsboot Hugo-Eckener war 937 Stunden im Einsatz, die Fritz-Peter 455 Stunden.“ Beim Seehasenfest fielen 490 Stunden an, im Strandbad Friedrichshafen 68. Hinzu kamen 1180 Stunden für Ausbildung und 6206 Stunden für die Verwaltung. Jugendleiter Oliver Aich informierte über die zahlreichen Aktionen der DLRG-Jugend.


Der Kassenabschluss von Michael Weiffenbach – er stellte sich nicht mehr zur Wahl – fiel positiv aus: Rund 169 700 Euro Einnahmen stehen knapp 164 800 Euro Ausgaben gegenüber. „Es stehen aber noch Rechnungen aus“, kündigte er an. Ebenso wie seine Vorstandskollegen wurde Weiffenbach einstimmig entlastet. Mit einer Enthaltung wurde der Haushaltsplan 2012 genehmigt, der ein Minus von 1873 Euro budgetiert. Für das kommende Haushaltsjahr ließ sich kein Kassenprüfer finden. Mit großer Mehrheit wurde Vorsitzender Rudi Krafcsik im Amt bestätigt. „Mit 95 Prozent Ja-Stimmen kann ich gut leben“, meinte er. Seine Stellvertreter bleiben Marc Cziczek und Michael Fries.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden Markus Beckesch, Monika Fischer, Uli Strobel und Michael Walser. Seit 50 Jahren bei der DLRG-Ortsgruppe sind Karl Beck, Rudolf Hübner, Franz Neher, Martha Diemer, Barbara Künstler und Hein Six. Das Verdienstabzeichen in Silber erhielt Ingrid Krafcsik. Das Verdienstabzeichen in Gold wurde Dietmar Buck, Volker Diemer und Lars Schawaller verliehen. Die höchste Auszeichnung erhielt Heinz Fechtig mit dem Verdienstabzeichen in Gold mit Brillant.

Quelle: Südkurier - 27.3.2012

Wenn die Retter nicht retten...

Die ersten schönen Tage in diesem Jahr ziehen nicht nur die Spaziergänger an den See, auch die ersten Wassersportler machen ihre Boote klar. An diesem Wochenende fanden auf dem Bodensee wieder die ersten Regatten statt, selbst wenn der Frühlingsbeginn wieder einen kleinen Rückschlag erlitten hatte. 

Auch die DLRG rückt zum Saisonbeginn wieder häufiger ins Blickfeld. Doch waren die Retter in den vergangenen Monaten keineswegs im Dornröschenschlaf. Getreu dem Motto „nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“ gab es trotz des kurzen und für die DLRG zum Glück recht ruhigen Winters genug zu tun. Für die Mitglieder des Rettungdienstes auf dem Wasser standen zahlreiche Fortbildungen auf dem Programm, vom Rettungsschwimmen über die Sanitätsausbildung bis hin zum Schwimmtraining im Hallenbad.

Daß die Eisrettungsübung ausgerechnet an einem der kältesten Tage stattgefunden hatte, konnte die Einsatztaucher nicht davon abhalten, bei minus 11 Grad ein Loch in die 15 Zentimeter dicke Eisschicht zu schlagen. Eindrucksvoller konnten sie wohl kaum den Beweis antreten, daß sie das ganze Jahr über einsatzbereit sind, rund um die Uhr über Piepser erreichbar.

Gerade als Mitte Januar die meisten Mitglieder der Schnellen Einsatzgruppe der DLRG und des Deutschen Roten Kreuzes das Wochenende auf dem Sofa ausklingen ließen, war es wieder so weit. Während in den Abendnachrichten gerade über das Unglück der Costa Concordia berichtet wurde und es draußen in Strömen regnete, wurden zwei Fischer aus Vorarlberg als vermißt gemeldet. Eine lange Nacht für die Einsatzkräfte, die nur wenige Stunden später wieder zur Arbeit mußten. 

Jeden Tag wird der See nun voller, bis das Freibad wieder öffnet, muß jedochnoch ein paar Mal die Sonne scheinen. Und bald gibt es für die ehrenamtlichen Helfer wieder alle Hände voll zu tun. Wann es so weit ist, das weiß keiner.

 <o:p></o:p>Wenn Sie unser Team unterstützen wollen, schauen Sie doch mal vorbei!

Jeden Donnerstag ab 19 Uhr finden Sie uns in der Rettungswache.

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht auf www.ibn-online.de - 18.4.2012


Nachwuchs bei der DLRG

Ausgerechnet auf der Heckplattform des Rettungsbootes "Hugo Eckener" hatte sich eine Blässhuhn häuslich eingerichtet. Die DLRG freut sich zwar immer auf Nachwuchs, aber an diesem Platz war die Familienplanung eindeutig in Gefahr.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. riet zu einer vorsichtigen Verlagerung von Nest und Gelege auf ein kleines Rettungsfloß. Die außergewöhnliche Rettungsaktion lief zwar unter Protest der Entenmama ab, konnte jedoch gegen Abend zur Zufriedenheit aller beendet werden. Schließlich fand sie sogar noch die Zustimmung der DLRG-Ente.

Ente gut, alles gut

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht auf www.dlrg-fn.de

Mitarbeiter(innen) für die INTERBOOT 2012 gesucht

Die INTERBOOT zählt zu den führenden Wassersportmessen Europas. Jedes Jahr kommen über 90.000 Besucher "an Bord" der INTERBOOT.

Die rund um den Bodensee tätigen Wasserrettungs-Organisationen BRK-Wasserwacht, DLRG, ÖWR und SLRG haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Wasserrettung Bodensee zusammengeschlossen und präsentieren sich seit einigen Jahren mit großem Erfolg gemeinsam auf der INTERBOOT.

Unter dem Motto “ARGE – Wasserrettung – Wir ziehen alle an einem Strang“ repräsentieren wir unsere Organisation, machen den Messenbesuchern Gefahren beim Wassersport deutlich und informieren Sie über individuelle und kollektive Rettungsmittel, persönliche Schutzausrüstung sowie Signalmittel. Dies ist unser gemeinsamer Beitrag zu mehr Sicherheit beim Wassersport.

Dazu stellt die Messe Friedrichshafen einen etwa 180 m² großen Standbereich in Halle A3, den wir wie folgt nutzen, zur Verfügung:

  • Visuelle Darstellung der beteiligten Organisationen
  • Rettungs- und Signalmittel, Schutzausrüstung
  • DLRG –Rettungsboote
  • Rettungsinseln
  • Tombola

Der Messe-See ist täglich um13 und 15 Uhr unsere Aktionsfläche. Vorführungen und Mitmachaktionen sollen die Besucher in ihren Bann ziehen. Alle Veranstaltungen auf diesem See werden durch unseren Rettungswachdienst gesichert. In den vergangenen Jahren gehörten unserem Messeteam Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Ärzte an. Angesichts der täglichen Besucherzahlen blieb es nicht aus, daß diese zur Versorgung von Notfallpatienten im Messebereich hinzugezogen wurden. Die Messeleitung hat uns gebeten, 2012 auch möglichst täglich wieder Mitarbeiter für den Rettungsdienst zu stellen.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular findest Du hier.

Seenotrettungsflugzeug der DoLRG

Nachdem das Reichsluftfahrtministerium die Entwicklung eines Fernaufklärungsflugbootes in Auftrag gegeben hatte, wurde die Do 24 entwickelt, die sich zum ersten Mal 1937 vom See erhob.

Nachdem sie ihre hervorragende Eignung als Seenotrettungsflugzeug unter Beweis gestellt hatte, verdrängte das Flugboot von Dornier recht bald die bis dahin eingesetzten Maschinen und wurde zur Standardmaschine der deutschen Seenotrettung.

12 Flugboote wurden an Spanien verkauft und starteten von Mallorca aus noch bis in die 1970er Jahre zu Aufklärungs- und Seenotrettungseinsätzen.

Die Do 24 gilt als eines der besten und robustesten Flugboote aller Zeiten. Für die Bergung von Menschen aus dem Wasser stand eine besonders große Einstiegstür über den Tragflächen zur Verfügung.

Ein Exemplar wurde von Dornier zu Versuchszwecken restauriert, jedoch schon kurz nach dem Erstflug wieder stillgelegt. Iren Dornier, ein Enkel von Claude Dornier, erweckte sie wieder aus ihrem Dornröschenschlaf. 

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht auf www.dlrg-fn.de

Hasenklee für DLRG gespendet

Pünktlich am Seehasen-Samstag spendete Michael Müller, Inhaber des Sehzentrums Optik Müller, der DLRG-Gruppe Friedrichshafen ein Kompass-Fernglas im Wert von über 500 Euro. „Die DLRG ist eine hilfreiche Gruppe: Ganzjährig als Retter am Bodensee und auch als wichtige Truppe beim Fischerstechen die Attraktion am Seehasenfest“, sagte Müller bei der Übergabe an den Vorsitzenden der DLRG Friedrichshafen, Rudi Krafcsik.

Das spezielle Fernglas ermöglicht dank Präzisions-Kompass exakte Peilungen auch bei starkem Seegang und bei nächtlicher Suche. Rudi Krafcsik bedankte sich beim ehemaligen Seehasen Michael Müller für die Spende und zeigte sich begeistert: „Mit diesem Fernglas ist sowohl tags als auch nachts eine sichere Peilung möglich. Wichtig für klare Kommandos und damit schnellere und präzisere Hilfe.“ Für die DLRG sei klar: „Dieses Fernglas kommt auf das beste Schiff unserer Flotte.“

Quelle: Südkurier - 17.7.2012

Gruß von oben

Die Bademonate Juli und August sind zugleich die Zeit mit den meisten Gewittern. Im Süden Deutschlands sind wir aufgrund der ausgeprägten Landschaftsstruktur zudem weitaus mehr gefährdet als im Flachland. Zwar ist weitreichend bekannt, daß der Aufenthalt im Wasser bei Gewitter lebensgefährlich ist, jedoch wird die Gefahr meist unterschätzt: „Das ist noch weit entfernt“, wiegt man sich gerne in falscher Sicherheit, wenn man noch ein paar wertvolle Minuten länger plantschen möchte.

Sich auftürmende Wolkenberge und fernes Grollen sind die ersten Anzeichen für das baldige Ende eines schwülen Tages am See und auch den aufkommenden Wind verspürt man schon lange bevor der erste Blitz mit einer Temperatur von bis zu 30.000 Grad herabzuckt.

Im deutschsprachigen Raum werden zwar jährlich „nur“ rund 10 Tote und Schwerverletzte durch direkte Blitzeinwirkung gemeldet, aber auch wer nur vom Blitz gestreift wurde, hat meistens ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen. Da Muskeln über elektrische Impulse gesteuert werden, können zudem schon schwächste Ströme einen Krampf auslösen oder Schwimmbewegungen unmöglich machen, eine lebensbedrohliche Situation.

Eine weitere wesentliche Gefahr stellen Sturm und Hagel dar, bei denen ein Schwimmer unter Umständen nicht mehr rechtzeitig das rettende Ufer erreichen kann. Von Land aus oder einem Rettungsboot ist er dann auch zwischen kleinen Wellen kaum mehr zu erkennen. Vermischt sich nun die Luft mit hochspritzenden Wasserteilchen, ist das Atmen nur noch schwer möglich, der Kehlkopf verschließt sich, um dieses Gemisch fernzuhalten. So kann der Schwimmer zwar nicht mehr ertrinken, aber dafür erstickt er nun. Die einzige unsichere Methode besteht in diesem Fall darin, das Wasser mit der Badehose oder der Hand aus der Atemluft zu filtern. Oder aber Sie lassen es gar nicht so weit kommen, denn bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser dann sofort! /sf

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht im Fischbacher Ortsblättle - 26.7.2012

Gewitter auf dem Boot

Die Gefahr, beim Segeln vom Gewitter überrascht zu werden, ist recht gering. Den aufkommenden Wind an einem schwülen Tag nimmt ein Segler meist als erster wahr und sich auftürmende Wolkenberge sind auf dem See meist von weit her zu erkennen.

Auch fallender Luftdruck verheißt nichts Gutes. Zur Sturmwarnung sind rund um den Bodensee 43 orangefarbene Blinkscheinwerfer an markanten Uferstellen positioniert, die bei Starkwindwarnung mit einer Frequenz von 40 Mal pro Minute, bei Sturmwarnung 90 Mal pro Minute blinken.

Im Radio hören Sie nicht nur den Wetterbericht, sondern auch krachende Geräusche im Mittelwellen- und Langwellenbereich deuten schon rechtzeitig auf die elektrisch geladene Atmosphäre, und damit auf ein Gewitter hin.

Wechselnder Wind, unberechenbare Böen und hohe Wellen sind dann die größte Gefahr, die nicht nur Windsurfern und kleinen Jollen droht. Doch wie sieht es eigentlich mit der Gefahr durch Blitzschlag aus?

Die Gefahr, daß eine Yacht auf dem See vom Blitz getroffen wird, ist zwar recht gering, ausgeschlossen ist dies, besonders bei Segelyachten mit ihrem hohen Mast jedoch nicht.

Bei einem Boot aus Stahl ist nach dem Faradayschen Prinzip ein optimaler Schutz gegeben. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, daß Treibstofftanks durch eine solide Erdung vor Entladungsfunken geschützt sind. Bei einem Segelboot wird der Blitz meist in den Mast einschlagen, Staage und Wanten aufgrund ihres geringen Durchmessers nur unzureichend als Ableitung geeignet. Die Ankerkette, bereits vor dem Gewitter am Stag befestigt und ins Wasser gelassen, dient nur als notdürftiger Blitzableiter. Keinesfalls sollten während des Gewitters Metallteile bei sich getragen oder berührt werden, was natürlich ganz besonders für den Mast und das stehende Gut gilt, am besten bleiben Sie unter Deck und machen sich klein.

Jedoch, selber vom Blitz getroffen zu werden ist auf dem Schiff nicht die größte Gefahr. Ein kleines Loch, das der Blitz in den Rumpf gerissen hat, die ausgefallene Bordelektrik, vom Kompaß, der verrückt spielt, über das ausgefallene Radar bis hin zum Motor, der nicht mehr anspringt, ist nichts dabei, was man sich weit draußen wünscht. Gerade an nassen Bauteilen bildet sich oft explosionsartig Wasserdampf, der Teile beschädigt oder zerstört werden, ohne daß es zum Brand kommt (nicht zündender Blitz). Wird der Blitzstrom nicht schnell genug abgeleitet, werden die durchflossenen Gegenstände jedoch so schnell erhitzt, daß ein Brand oder sogar eine Explosion stattfindet. Ein Feuerlöscher sollte also auf jedoch Fall an Bord sein.

Wer sich jedoch seine roten Leuchtraketen lieber für Sylvester aufbewahrt, sollte lieber rechtzeitig den nächsten Hafen anlaufen und das herrliche Naturschauspiel vom gemütlichen Hafencafé aus bewundern. Der Elektro-Landanschluss sollte dann aber draußen bleiben. /sf

Quelle: Stephan Friess

Weiter Informationen zu Schutzmöglichkeiten auf Yachten finden Sie hier.

23-Jähriger ertrinkt im Salemer Schloßsee

Salem - Es ist ein bizarrer Anblick, der sich am Donnerstagabend am Schlosssee geboten hat. Während sich die Vereine für das Schlossseefest rüsten und weiter aufbauen, sperrt die Polizei nur wenige Meter weiter das Areal ab, wo der 23-Jährige aus dem Landkreis Sigmaringen liegt. Kurz zuvor hatte die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) ihn leblos aus dem Wasser gezogen.

Laut ersten Informationen der Polizei vor Ort war der Nichtschwimmer irgendwie von der Insel auf die Ponte in der Mitte des Sees gekommen. Dort habe er sich länger ausgeruht, bis er wieder ins Wasser gestiegen sei. Gegen 19 Uhr fiel seiner Begleiterin, einer Arbeitskollegin, auf, dass sie ihn nicht mehr entdecken konnte. Sie wandte sich daraufhin an die Badeaufsicht, und der Vermisste wurde ausgerufen.

Aufgeschreckt durch die Durchsagen erinnerten sich Zeugen daran, dass sie rund eine Stunde vorher, gegen 18 Uhr, den jungen Mann beobachtet hatten, wie er unbeholfen versucht hatte, von der Ponte wieder zurück ans Ufer zu schwimmen. Kurz nach 19 Uhr wurde daraufhin die Polizei und der Rettungsdienst alarmiert. Die DLRG eilte ebenso wie die Freiwillige Feuerwehr an den Schlosssee.

Die Rettungsschwimmer begannen mit Freiwilligen, die bereits zuvor selbständig mit der Suche begonnen hatten, eine Suchkette innerhalb des Sees zu bilden. Dabei kam den Helfern ein Rettungstaucher zur Hilfe, der sich zufällig zu dieser Zeit am Schlosssee aufhielt.

Das große Aufgebot von Rettungskräften lockte immer mehr Zuschauer an den Uferbereich. Während im Hintergrund weiter die Vorbereitungen für das Schlossseefest fortgesetzt wurden, suchten die Einsatzkräfte und Freiwilligen eifrig weiter. Im nahen Uferbereich, wo das Wasser eigentlich schon sehr flach ist, wurde dann kurz nach 20Uhr der leblose Körper des jungen Mannes entdeckt.

Entsetzen und Fassungslosigkeit war den anderen Badegästen und auch den dort beschäftigten Vereinsmitgliedern anzusehen, als der Ertrunkene ans Ufer gebracht und dort von Helfern mit Tüchern und Planen abgeschirmt wird.

Der sofort alamierte Notarzt versuchte über mehrere Minuten hinweg, den Mann wiederzubeleben. Aber dafür war es nach der langen Zeit, die der 23-Jährige unter der Wasseroberfläche verbracht hatte, bereits zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Noch am Abend nahm die Kriminalpolizei Friedrichshafen die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang auf.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 26.7.2012

Badetoter im Schloßsee

Ein 23-Jähriger aus Illmensee ist am Donnerstagabend verunglückt. Ob er ertrunken ist oder an Herz-Kreislauf-Versagen starb, bleibt wohl unklar. Das Schlossseefest findet an diesem Wochenende wie geplant statt.

Bürgermeister Manfred Härle wird am Freitagabend, wenn er das Schlossseefest eröffnet, eine Gedenkminute für den Verstorbenen einlegen lassen. Das teilte er auf Anfrage mit, so sei es dem Organisationsteam des Schlossseefestes abgestimmt. Wie Ronny A. Knepple vom Orga-Team sagte, nehme das Fest ansonsten seinen üblichen Verlauf. Das seien zwei Dinge, die man voneinander trennen müsse, sie hätten auch nichts miteinander zu tun. Er halte es aber für richtig, den tragischen Unfall „nicht zu ignorieren“, sondern in einer Gedenkminute einzulegen. Er rechne mit 10 000 Besuchern, „die erwarten hier ein Fest“, so Knepple.

Die Polizei teilte mit, dass der 23-jährige Mann aus der Gemeinde Illmensee am Donnerstagabend im Schlosssee „vermutlich“ ertrunken ist. Nicht ausgeschlossen sei, dass er an Herz-Kreislauf-Versagen starb. Eine Obduktion werde nicht angeordnet, da Fremdverschulden ausgeschlossen werden könne.

Zunächst war der Mann zu einer Holzplattform im See geschwommen, gut 100 Meter vom Ufer entfernt. Nach Angaben einer Arbeitskollegin des Verunglückten sei der Mann ein „sehr schlechter Schwimmer“ gewesen. Dennoch sei er von der hölzernen Schwimminsel ins Wasser gesprungen und Richtung Ufer geschwommen, wo er jedoch nicht ankam. Nachdem er von der Frau als vermisst gemeldet wurde, leiteten die Polizei, die DLRG die Feuerwehr und private Helfer eine Suchaktion im Schlosssee nach dem 23-Jährigen ein, wo er gegen 20 Uhr leblos gefunden wurde. Die von einem Notarzt eingeleiteten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Mann hatte nach Polizeiangaben relativ nahe am Ufer gelegen, wo das Wasser zwei bis drei Meter tief sei.

Das Festteam, das die Vorbereitungen zum Schlosssee traf, verfolgte betroffen die Rettungsaktion, die letztlich zu spät kam. Knepple blieb nur übrig, den Weg für die Rettungskräfte frei räumen zu lassen.


Quelle: Südkurier - 27.7.2012

Wasserrettung ist gut aufgestellt

„Die Lücke ist abgedeckt“, sagt Christoph Mandalka, stellvertretender Stationsleiter der Wasserschutzpolizei in Friedrichshafen, zum Ausfall des „Polizeiboots 21“. Es war, wie berichtet, vor über zwei Monaten bei Reparaturarbeiten in der „Fussacher Werft“ in Vorarlberg beim Einwassern schwer beschädigt worden. Wann es wieder in den Einsatz kommt, ist laut Mandalka noch nicht klar.

Ein vergleichbar großes, 21 Meter langes Einsatzboot gibt es vor Ort derzeit nicht. Aber in Notfällen könne man auf die Hilfe durch die Boote der Seepolizeien in der Nachbarschaft bis Vorarlberg und in die Schweiz, den Seezoll, die Feuerwehr und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zurückgreifen.

„Die Wasserrettung ist eine unserer satzungsmäßigen Aufgaben“, sagt Rudi Krafcsik, Vorsitzender der DLRG Friedrichshafen. Die DLRG wird bei Bedarf von der Rettungsleitstelle im Landratsamt alarmiert. „Die Zusammenarbeit mit der Polizei macht Laune und Spaß und sie funktioniert“, so Krafcsik. Er erinnert auch an die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Wasserrettung Bodensee, in der die bayerische Wasserwacht, die Österreichische Wasserrettung (ÖWR) und die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) zusammenarbeiten. In Friedrichshafen gibt es 21 DLRG-Helfer mit der Fachausbildung Wasserrettung, 16 sind mit Rufmeldern ausgestattet, dazu kommen im Notfall zwölf Einsatztaucher, die der Bezirk Bodenseekreis stellt. Die DLRG ist nicht nur für den Bodensee zuständig, sondern für alle Gewässer. Im Schnitt gibt es etwa 20 Einsätze für die Friedrichshafener im Jahr. Das könne aber schwanken zwischen zehn und 40 über die einzelnen Jahre, erläutert Krafcsik. In diesem Jahr waren es bisher zum Glück nur wenige, aber deshalb zum Teil nicht weniger tragisch, wie die Suche nach zwei Vorarlberger im Alter von 31 und 35 Jahren, die am 22. Januar vor Höchst beim Fischen kenterten. Sie wurden nicht gefunden. Oder erst Ende vergangenen Monats die Bergung eines ertrunkenen 23-Jährigen im Salemer Schlosssee.

Ganz deutlich widerspricht Krafcsik vereinzelt von DLRG-Mitgliedern geäußerten Forderungen, aus der Wasserrettung auf dem Bodensee mit Motorrettungsbooten auszusteigen, weil dies zu teuer sei und sich auf die Prävention in Form der Schwimmausbildung von Kleinkindern bis hin zum Rettungsschwimmer zu konzentrieren. „Da kommen wir nicht raus“, sagt Krafcsik mit Blick auf die mit dem Land geschlossenen Vereinbarungen: „Und wir wollen auch nicht.“ Was der DLRG-Vorsitzende und Jürgen Durski, Stellvertretender Leiter Wirtschaft und Finanzen der DLRG allerdings auch sehen, ist, dass es immer schwieriger wird, die Boote zu finanzieren. Das beginnt bei immer weiter steigenden Dieselpreisen und geht bis zu nicht Kosten gedeckten Einsätzen. Wird die DLRG beispielsweise wegen der Rettung eines Menschen alarmiert, erläutert Krafcsik, und sucht fünf Stunden lang den Bodensee ab, gibt es kein Geld für den Einsatz, weil keine Person oder dessen Versicherung da ist, die sie in Anspruch nehmen könnte. Zudem seien Zuschussmöglichkeiten vom Land inzwischen drastisch zurückgeschraubt. „Wir finanzieren uns durch die Mitgliedsbeiträge und Spenden“, so der DLRG-Vorsitzende. Zum Glück gebe es letztere immer wieder einmal von den Großunternehmen in Friedrichshafen, aber auch von Privatpersonen. „Wir müssen das machen, bis es nicht mehr geht – aber bis dahin dauert es noch lange“, so Krafcsik. Wer sich über die DLRG informieren will, kann dies übrigens auf der Interboot vom 22. bis 30. September.

Quelle: Südkurier - 13.8.2012

 

Ferienkurse Rettungsschwimmer Bronze/Silber‏

Die DLRG Friedrichshafen bot dieses Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit, die Ausbildung zum Rettungsschwimmer im Sommer zu machen. Da die Ausbildung direkt im Strandbad stattfand, war ein noch größerer Praxisbezug gegeben und die Überleitung zum Wachdienst nahtlos.

Dieses einmalige Projekt für Mitglieder und Nichtmitglieder der DLRG war nur möglich dank der engen Zusammenarbeit zwischen der DLRG und dem Strandbad Fischbach. /sf

 

 

Luftmatratze, Autoschlauch oder Gummitiere bieten keine Sicherheit

Für Nichtschwimmer sind solche Hilfsmittel ohne Aufsicht auf keinen Fall geeignet, da ihnen bei plötzlichem Luftverlust schneller das Wasser bis zum Hals steht, als ihnen lieb ist. Auch wenn die Luft noch nicht raus ist, besteht die Gefahr abzurutschen oder ins kühle Nass zu fallen. Das ist auch für Schwimmer nicht ganz ungefährlich. Bleibt es meist bei einer willkommenen Abkühlung, kann dies selten sogar einen Schock verursachen.

Da Luftmatratzen und andere aufblasbaren Wasserspielzeuge mit geringem Tiefgang bei ablandigem Wind sehr schnell abtreiben, sollten Sie Ihren Kurs, bzw. Fahnen und Wimpel an Land immer im Auge behalten. Genauso kann die Strömung dafür sorgen, daß Sie das Ufer irgendwann aus eigener Kraft nicht mehr erreichen. Springen Sie dann auf keinen Fall ins Wasser, um schwimmend das Ufer zu erreichen. Luftmatratze oder Boot sind für Helfer besser zu erkennen als Ihr Kopf zwischen den Wellen. Zudem drohen auch im „warmen“ Wasser bei längerem Aufenthalt Erschöpfung und Unterkühlung.

Nicht weniger Gefahr droht Ihnen von oben. Die Sonne, die Sie bräunen soll, wird durch die Wasseroberfläche reflektiert, einzelne Wasserspritzer wirken wie ein Brennglas. Also eincremen nicht vergessen oder, noch besser, Sie behalten gleich das T-Shirt an. Lassen Sie sich nicht den Spaß verderben, aber ein bisschen Vorsicht kann nie Schaden.

Quelle: Stephan Friess

veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung - 21.8.2012

Die Hitze treibt die Häfler in die Freibäder

Die Rettungsschwimmer schieben am Wochenende zusätzliche Dienste

Heiß, heißer, Sommer am See: Friedrichshafen schwitzt. Laut Wetterstation zeigte der Thermometer am Wochenende bis zu 34 Grad Celsius an. Auch für die kommenden Tage sagen die Meteorologen keine spürbare Abkühlung voraus – und das trotz eines angekündigten Gewitters.

Den Freibädern in Friedrichshafen und in den umliegenden Gemeinden verhalf das Wetter am Sonntag zu Besucherrekorden. Das Strandbad Friedrichshafen zählte 5280 Besucher, im Freibad Fischbach suchten 4000 Badegäste Zuflucht und im Wellenbad Ailingen genossen 3000 Badegäste den hitzigen Sommer.

Absolute Rekordzahlen verbuchten die Bäder in Langenargen und Eriskirch: Das Strandbad Eriskirch registrierte mehr als 4000 Besucher, das Strandbad Langenargen vermeldete am Sonntag mit 3195 Badegästen ebenfalls den bestbesuchten Tag in seiner Freibadgeschichte. „Es war zwar voll auf der Liegewiese und am Strand, aber insgesamt war es ein Badetag wie aus dem Bilderbuch – ohne Zwischenfälle und größere Verletzungen“, berichtet Frank Jost, Leiter der Langenargener Tourist-Information und Verantwortlicher für das Strandbad. Die Freibäder des Bodenseekreises hatten sich für den Ansturm gewappnet: Neben den festangestellten Bademeistern übernahmen Freiwillige von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zusätzliche Dienste am Strand und im Freibad, wie Stephan Friess von der DLRG.

Zusehen und abwarten, bis etwas passiert, haben wir nicht gemacht“, betont der Rettungsschwimmer. Er und seine Kollegen warnten Badegäste mit starkem Sonnenbrand oder stark erhitzten Gesichtern vor einem drohenden Hitzschlag. Sie kehrten Scherben auf, bevor sich die Badbesucher daran schneiden konnten, und sie machten Eltern darauf aufmerksam, wenn ein Kind mit der Luftmatratze auf dem See abtrieb oder sich kleine Kinder alleine im Schwimmerbereich aufhielten, wie Friess aufzählte.

Klinik meldet keine Notfälle

Zusätzlich waren auf dem Bodensee DLRG-Boote unterwegs, die ein Auge auf die Bootsfahrer hatten, die das gute Wetter an Deck genossen. „Das frühe Eingreifen ist der Grund dafür, dass trotz Rekordbesucherzahlen nicht mehr Einsätze als in den letzten Jahren gemeldet wurden“, sagt Stephan Friess. Auch dank der Vernunft der Badegäste hätten die Rettungsschwimmer und Bademeister ein relativ ruhiges Wochenende gehabt.

Dass sich die Häfler auf die Hitze einstellten, bestätigte auch das Klinikum Friedrichshafen. Es habe am Wochenende keine Notfälle gegeben, die auf die Hitze zurüclzuführen seien, teilte Pressesprecherin Susann Ganzert mit. Doch nicht nur die Menschen sind hitzeanfällig: Der Bauhof Friedrichshafen war am Wochenende im Einsatz, um täglich die städtischen Grünanlagen zu wässern. Dank der von den Bauhofmitarbeitern aufgestellten Sprenger überlebten die Pflanzen das heiße Wochenende. Etwas weniger Aufmerksamkeit brauchen die eingewachsenen Pflanzen: Sie werden jeden zweiten oder dritten Tag gewässert, wie der Bauhof mitteilt. Für mehr Aufwand sorgen nur die jungen Pflanzen, die sich in den ersten zwei Jahren nicht selbst versorgen können: Sie werden bei der derzeitigen Hitze gleich mehrmals am Tag gegossen.

Quelle: Schwäbische Zeitung (Lena Ardemani) - 21.8.2012

Übung: Taucher und Strömungsretter suchen nach Vermissten

Ortsverbände der DLRG haben den Ernstfall in der Schussen geprobt. Nach einem Radunfall müssen zwei Menschen gefunden und gerettet werden

„Antreten!“ hallt Carsten Mückes Stimme am Dienstagabend auf dem Platz vor der Friedrichshafener DLRG-Rettungswache. 25 Männer und Frauen in gelber Uniform aus zwölf Ortsgruppen des Bodenseekreises stehen stramm in einer Reihe. Sie warten auf Anweisungen des Einsatzleiters Dietmar Buck.

Um 19.20 Uhr erhält Buck den Alarm: „Fahrradunfall auf der Panzerbrücke in Eriskirch. Personen über Brüstung in Schussen gefallen.“ Die Reihe lauscht konzentriert. Erst die Dienstanweisung des Regierungspräsidiums, keine Pflanzen und Tiere aus dem Naturschutzgebiet zu entnehmen, erinnert daran, dass der Einsatz eine Übung ist und sorgt für kurzes entspanntes Gelächter. Buck erhebt die Stimme: „Klar zum Aufsitzen.“

Es geht los. 19.28 Uhr. Einsatzleiter Buck fährt im Einsatzleitwagen voraus. Darin befinden sich ein Wecker, ein Laptop und zwei Funkgeräte mit zahlreichen Bedienknöpfen. Marc Dietrich übermittelt Anweisungen: „Beim Friedhof ist die Slipstelle.“ Das Motorboot am von Dirk Pape gelenkten Fahrzeug wird zum Friedhof Eriskirch gefahren, wo es zu Wasser gelassen wird. Das zweite Rettungsboot, ein Schlauchboot, ist zu schwer und muss deshalb in Langenargen geslippt werden. Es ruckelt, als der Einsatzleitwagen um 19.33 Uhr über die Schienen bei Moos flitzt. Als zwei Jogger entgegen kommen, bremst der Fahrer ab. „Sicherheit geht vor“, erläutert Dietmar Buck.

Am Unfallort sehen sich die Einsatzkräfte um. Am rechten Rand liegt eine Frau mit blutiger Stirn und verletztem Arm unter einem Fahrrad, daneben ein Mountainbike. Vor ihr fuchtelt eine Frau, gespielt von Daniela Aich, mit blutverschmierten Händen und ruft um Hilfe. Carsten Mücke spricht sie an und streckt ihr beruhigend die offene linke Hand entgegen, während er in der rechten sein Funkgerät hält. Er versucht herauszufinden, was passiert ist und ob es weitere Beteiligte gibt. Während er sich der Verletzten am Boden, die von Jana Maier gespielt wird, zuwendet, eilt Aich zum Schussenufer. Einsatzleiter Buck ruft: „Wo ist die andere!“ Sofort folgt ihr ein Helfer, hält sie auf und kümmert sich um sie. Sie erklärt, dass beim Fahrradunfall eine Frau in die Schussen gefallen sei und ihr Mann Winfried hineingesprungen sei, um die Frau zu retten. Sofort steigen zwei Taucher in die braune, trübe Schussen, um die Vermissten zu suchen.

Mücke fragt die am Boden liegende Jana Maier, wo sie Schmerzen habe und entfernt vorsichtig das Fahrrad. Die „Verletzte“ stammelt: „Am Kopf, am Arm.“ Um sie bei Bewusstsein zu halten, fragt Jan Tauschinsky mit ruhiger Stimme: „Wie heißen Sie?“ Währenddessen legen seine Kollegen ihr einen Kopfverband sowie eine Arm- und eine Halswirbelsäulenschiene an, die bei Kopf- und Rückenverletzungen eingesetzt wird.

Es ist 19.45 Uhr. Durch das Funkgerät ertönt eine Stimme: „Boote sind eingewassert.“ Kurz darauf meldet die Schlauchbootbesatzung Erfolg: Ein Strömungsretter hat 150 Meter stromabwärts die vermisste Frau lebend geborgen. Die Einsatzkräfte suchen fieberhaft weiter…

Um 20.09 Uhr heißt es: „Boot stoppen, Taucher hat zweite Person unter Wasser gefunden.“ Doch er irrt, es war nur ein Baumstumpf. Ernüchterung macht sich breit. Quälende 10 Minuten später entdeckt ein Taucher den vermissten Winfried, eine Kunststoffpuppe mit Bleimantel, unter Wasser. Für ihn wäre im Ernstfall jede Hilfe zu spät gekommen.

Um 20.24 Uhr beendet Dietmar Buck den Einsatz. Die Ehrenamtlichen kehren zur Nachbesprechung in die Rettungswache zurück. Buck lobt seine Mitstreiter, sie hätten strukturiert gearbeitet. Die Entspannung bei den DLRG-Kräften kehrt zurück.

Quelle: Südkurier, 23.8.2012

DLRG-Übung: Zwei Männer verschwinden in der Schussen

Ein Fahrrad-Zusammenstoß auf der Brücke im Naturschutzgebiet Eriskircher Ried, im Wasser vermisste Menschen und mehrere Verletzte: So lautet die fingierte Meldung für die große Übung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) des Bezirks Bodenseekreis. Nur weil es kein Ernstfall ist, sprühen sich die Lebensretter erst noch schnell mit Mückenabwehrspray ein. Dann geht es los. Es ist 19.20 Uhr.

27 Einsatzkräfte sind vor dem DLRG-Gebäude in Friedrichshafen angetreten und hören aufmerksam den Anweisungen von Einsatzleiter Dietmar Buck zu. Unpräzise sind die Informationen bislang: Der Einsatzleiter kann nur die Angaben des Unfallzeugen weitergeben – er ist ebenso ahnungslos wie die Rettungskräfte. Das Szenario soll schließlich so real wie möglich sein, damit die Zusammenarbeit der Rettungskräfte authentisch geübt werden kann.

Am Unfallort im Eriskircher Ried überschlagen sich dann die Ereignisse. Eine Frau liegt bewegungslos auf der Brücke. Sie hat Verletzungen an Kopf und Arm und wird sofort versorgt. Eine weitere Frau mit blutenden Händen sitzt auf einer Bank nahe der Brücke. Sie ist völlig verwirrt, spricht von einem Mann im Wasser. „Welcher Tag ist heute, welches Datum ist heute, wissen Sie, wie Sie heißen?“, fragt einer der Retter immer wieder. Die Frau hat mit starken psychischen Problemen zu kämpfen, sie wird keine Sekunde lang allein gelassen. Zeitgleich machen sich die Rettungstaucher fertig, um den vermissten Mann im Wasser zu suchen. Das Hochwasserboot der DLRG hat die Suche bereits aufgenommen.

Der Unfallhergang kristallisiert sich immer mehr heraus, während die Retter mit den beiden Frauen sprechen. Bei dem Fahrradunfall auf der Brücke ist ein Mann über die Brüstung in die Schussen gefallen. Der Mann der verwirrten Frau auf der Bank ist hinterher gesprungen, um ihn zu retten. Langsam kommt die Verletzte auf der Brücke wieder zu sich.

„Die Sicht ist gleich Null“, ruft der Einsatztaucher, der mit einer Leine gesichert den Fluß unter der Brücke absucht. Der Leinenführer ist mit voller Konzentration bei der Sache, denn das völlig trübe, braune und etwa drei Meter tiefe Wasser ist voller Geäst. Von der anderen Seite des Ufers geht ein zweiter Taucher ins Wasser. Fächerförmig suchen sie von der Brücke ausgehend in Fließrichtung jeden Meter ab.

Tragisches Ende

Die Besatzung des Hochwasserbootes sucht flussabwärts das Ufer nach den Vermissten ab. Sie finden schließlich den in den Unfall verwickelten Fahrradfahrer, der sich im Wasser an einem Geäst festhält. Der Strömungsretter sichert den Verletzten – aus dem Wasser retten kann er ihn aber nicht. Er hat sich die Halswirbelsäule gebrochen und darf überhaupt nicht bewegt werden. Der Lebensretter hält den Schwerverletzten über Wasser, bis das Boot mit einer speziellen Rettungsausrüstung wiederkommt.

„Die Strömungsretter haben eine spezielle Ausbildung für stark fließende Gewässer“, erklärt Karl-Heinz Rimmele, Vorsitzender der DLRG Bodenseekreis. Er zeigt auf den inzwischen weit entfernten Retter mit dem gelben Schutzhelm, der den Verletzten über Wasser hält und mit ihm langsam weiter flussabwärts treibt: „Sie tragen Trockenanzüge, darum gehen sie auch ohne Rettungsweste nicht unter. Jetzt legt er den sogenannten Stiffneck wegen der Halswirbelverletzung an, dann wird er mit dem Spineboard aus dem Wasser gehoben.“ Das Hochwasserboot hat nur 20 Zentimeter Tiefgang und ist dadurch auch im flachen Uferbereich manövrierfähig.

Auf dem Spineboard wird der Verletzte die rutschige Böschung hochgetragen, vorbei an der Frau auf der Bank. „Das ist aber nicht mein Mann!“, sagt sie verängstigt. Ein Taucher hat den zweiten Vermissten inzwischen gefunden und schwimmt mit ihm an die Wasseroberfläche. Der Körper ist richtig schwer: Um dem wassergefüllten Plastiktorso sind noch Bleigurte gewickelt, um die Rettungsaktion so echt wie möglich zu trainieren. Der Taucher beginnt sofort, ihn zu beatmen. Doch der Vermisste kann nur tot geborgen werden.

Das tragische Szenario haben sich Jens Kaboth und Christoph Fries unter strenger Geheimhaltung für ihre DLRG-Kollegen ausgedacht. Vorgabe: Die Übung sollte Einsatztaucher, Strömungsretter, Bootsfahrer, Funker und Sanitäter gleichermaßen fordern. „Ich bin mit der Übung voll und ganz zufrieden, die Einsatzkräfte haben sehr gut zusammengearbeitet“, resümiert Einsatzleiter Buck. Um 20.30 Uhr ist die Rettung abgeschlossen. „Eine Stunde ist eine absolut realistische Zeit“, sagt Buck im schwindenden Abendlicht.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 22.8.2012

 

DLRG Bodenseekreis probt Großeinsatz

Zwei Männer sind in der Schussen verschwunden, eine Frau liegt schwer verletzt auf der Brücke im Eriskircher Ried: Ein Horrorszenario erwartet die Lebensretter der DLRG bei ihrer Großübung. Unsere Fotografin Valerie Gerards war bei der Übung dabei.

Quelle: Schwäbische Zeitung - 22.8.2012

Fachausbildung Wasserrettungsdienst

Denksport für Taucher und Rettungsschwimmer

Aufgabe 1

Klein-Helga benutzt einen Schwimmreifen aus Gummi. Der Druck im Innern des Reifens beträgt nach dem Aufblasen 1,03 bar bei einer Temperatur von 22 °C. Laut Herstellerangaben besteht bei einem Druck von 1,25 bar die Gefahr, daß der Reifen platzt.

Schätze ab, ob Klein-Helga den aufgeblasenen Reifen in der Sonne liegen lassen darf!

Rechenweg und Lösung

 

 

Aufgabe 2

Eine Luftmatratze wird bei einer Temperatur von 22 °C so aufgepumpt, daß der Druck in ihr 1,8 bar beträgt. In der Sonne erwärmt sich die Matratze auf 55 °C. Das Volumen der prall aufgeblasenen Luftmatratze kann sich dabei nur noch um 0,2 % vergrößern.

Welcher Druck herrscht nun in der Luftmatratze?

(Der Rechenansatz ist der gleiche wie in Aufgabe 1)

Rechenweg und Lösung

 

Aufgabe 3

Wie ändert sich der Wasserstand, wenn ich von der Luftmatratze ins Wasser springe?

Lösung

 

 

Hörfunkreportage "Wachgänger"

 

Tina Löschner und Praktikantin Denise Maier von SWR 4 Bodenseeradio besuchten  Felix und Timo Weber beim Wachdienst im Strandbad Fischbach

 

Das Interview, in dem die beiden Wachgänger von ihrer spannenden und verantwortungsvollen Tätigkeit berichten, können Sie hier anhören.

 

 

SWR 4 Bodenseeradio - 22.8.2012


Große Suchaktion auf dem Bodensee

Trotz Starkwindwarnung sind drei 17-Jährige am Sonntagnachmittag von Friedrichshafen-Seemos aus mit einem Katamaran auf den Bodensee hinausgesegeln. Rund eineinhalb Stunden später wurde das Boot als vermisst gemeldet. Gegen 17.20 Uhr löste die Wasserschutzpolizei Friedrichshafen internationalen Seenotalarm aus.

Die drei 17-Jährigen waren gegen 16 Uhr aufgebrochen und nach Angaben eines Zeugen bereits kurz nach dem Ablegen in Schwierigkeiten geraten, heißt es im Bericht der Polizeidirektion Friedrichshafen. Wie Stefan Bücheler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit DLRG-Bezirk Bodenseekreis, mitteilt, hatten Passanten die drei Wassersportler beim Start in Friedrichshafen-Seemos beobachtet. Ihnen war aufgefallen, dass diese trotz des stürmischen Wetters ohne Rettungswesten in Richtung Schweizer Ufer lossegelten und augenscheinlich Schwierigkeiten beim Manövrieren hatten.Als die Besatzung nach geraumer Zeit nicht mehr zurückkehrte und eine Absuche vor Friedrichshafen erfolglos blieb, leitete die Wasserschutzpolizei eine umfangreiche Suche nach den Vermissten ein.

Im Einsatz waren laut Mitteilung neben zwei Hubschraubern insgesamt neun Boote der Wasserschutzpolizeien am Bodensee, der DLRG sowie der Feuerwehr Friedrichshafen. Eine Bootsbesatzung der Seepolizei Thurgau entdeckte den vermissten Katamaran, der nach einem Bruch des Verbindungsdecks nicht mehr manövrierfähig war, gegen 18 Uhr zwischen Langenargen und Rorschach. Die Besatzung war wohlauf, berichtet die Polizei.

Quelle: Südkurier - 27.8.2012

47-jähriger Taucher im Bodensee vermisst

Ein Taucher aus dem Raum St. Georgen, der am Freitagabend im Bodensee vor Überlingen bis auf 58 Meter Tiefe abgestiegen war, ist vermutlich ertrunken. Beim Auftauchen verlor ihn sein Tauchkamerad plötzlich aus den Augen. Eine groß angelegte Suche verlief ergebnislos.

Der Taucher aus dem Raum St. Georgen im Schwarzwald und ein 62-jähriger Mittaucher tauchten am Freitagabend gegen 19.30 Uhr im Bodensee vor Überlingen. Der Tauchgang im Bereich der sogenannten „Liebesinsel“ führte sie bis in eine Wassertiefe von etwa 58 Metern. Beim gemeinsamen Auftauchen in Richtung Einstiegstelle verloren sich die beiden Taucher in etwa 30 Metern Wassertiefe aus den Augen, schildert die Wasserschutzpolizei ihre bisherigen Ermittlungsergebnisse.

Der Mittaucher führte daraufhin einen kontrollierten Aufstieg an die Wasseroberfläche durch und verständigte nach kurzer Zeit die Rettungskräfte. Eine sofort durchgeführte großflächige Suche der Wasserschutzpolizei und des DLRG sowohl an der Wasseroberfläche als auch mit Tauchern verlief in der Nacht ergebnislos und wurde am Folgetag von einer Tauchgruppe der Wasserschutzpolizei und einem Polizeihubschrauber, leider ohne Erfolg, fortgesetzt. Die Wasserschutzpolizeistation Überlingen geht nach bisherigem Ermittlungsstand davon aus, dass der vermisste Taucher ertrunken ist. Ein Polizeisprecher erklärte am Sonntagabend, man wolle am Montag, mit entsprechendem Gerät, die Suche fortsetzen.

Quelle: Südkurier - 2.9.2012

Interboot 2012

Praxis-Test für Freizeitkapitäne bei Interboot

Die DLRG präsentiert sich und ihre Arbeit bei der Interboot. Die Wasserretter der Bodensee-Anrainerstaaten arbeiten grenzenlos.

Die Figur des Strömungsretters an der Decke der Messehalle A 3 auf der Interboot weist den Wassersportlern schon von Weitem den Weg zum Stand der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft, kurz DLRG. Hier, im Dreieck zwischen Wasserschutzpolizei und Schifffahrtsamt, können sich die Sportboot-Kapitäne mit kurzen Wegen ihre Informationen holen. Geht es bei Polizei und Landratsamt in erster Linie um Vorschriften, erlebt man am DLRG-Stand die Praxis.

Unter dem Motto „Arge Wasserrettung – Drei Länder, ein Ziel!“ präsentieren sich die Organisationen, machen den Messebesuchern Gefahren beim Wassersport deutlich und informieren über individuelle und kollektive Rettungsmittel, persönliche Schutzausrüstung sowie Signalmittel. Alles über Rettungswesten und Rettungsinseln kann man hier erfahren. Und nicht nur an Schautafeln, sondern hautnah.

Die beiden Marktführer bei den Rettungswesten unterstützen die DLRG-Helfer intensiv. Deshalb kann man die Westen nicht nur anprobieren und Größe sowie Sitz prüfen. Jeder kann am eigenen Leib das Gefühl erfahren, wenn die Weste am Körper aufgeblasen wird. Zusätzlich zu den Aktivitäten am Stand gibt es täglich um 13 und 15 Uhr für die Besucher am Messesee Vorführungen der Einsatztaucher und der Rettungsschwimmer.

Seit 30 Jahren ist der Landesverband Württemberg der DLRG auf der Wassersportmesse Interboot präsent. „Wir haben die Kompetenz in Sachen Wasserrettung und Sicherheit auf dem Wasser“, macht Rudi Krafcsik, Vorsitzender der Ortsgruppe Friedrichshafen, deutlich. In den neun Messetagen leisten 68 DLRG-Helferinnen und -Helfer Dienst am Stand. Nicht nur aus Friedrichshafen, sondern aus ganz Deutschland kommen sie, auch aus Österreich und der Schweiz.

Die rund um den See tätigen Wasserrettungs-Organisationen Wasserwacht, DLRG, ÖWR und SLRG haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Wasserrettung Bodensee zusammengeschlossen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine einheitliche Ausbildung, eine gemeinsame Funkplattform und den Datenaustausch aller auf dem Bodensee eingesetzten Boote und Rettungsmittel für die Zusammenarbeit auf dem See zu erarbeiten.

Im nächsten Jahr feiert die DLRG 100-jähriges Jubiläum unter dem bundesweiten Motto „Freizeit in Sicherheit“. Die Ortsgruppe Friedrichshafen gibt es dann 77 Jahre. Der Messestand auf der Interboot 2013 wird aus diesem Anlass erweitert werden. In einer Sonderschau „100 Jahre DLRG“ werden historische Rettungsmittel und Dienstbekleidung präsentiert.

Quelle: Südkurier - 27.9.2012 - Uli Lancé

Jugendleiter der Wasserrettung bekommen neue Anregungen

Die DLRG-Bezirksjugend Bodenseekreis veranstaltete einen Jugendleiter-Aufbaulehrgang im DLRG-Heim Langenargen. Am Lehrgang nahmen insgesamt neun Jugendliche teil (fünf aus der Ortsgruppe Friedrichshafen, zwei aus Langenargen und zwei aus Tettnang). Mit zwei Lehrgangsleitern vom Landesverband Württemberg verbrachten die Jugendlichen ein informatives Wochenende.

Behandelt wurden unter anderem die Themen Kommunikation, Rhetorik, Präsentieren und Visualisieren sowie Methodik und Didaktik.

Quelle: Südkurier - 28.9.2012

Winterschlaf

Seit dem 26.10.2012 liegt Motorrettungsboot "Fritz Peter", das Redundanzboot der Einsatzgruppe Friedrichshafen, wieder auf dem Trockenen. Mit dem Traktor wurde das 5,5 t schwere Boot zu seinem Winterquartier gebracht, wo es wieder für die nächsten Einsätze fit gemacht wird.

Das primäre Rettungsboot der Ortsgruppe (Hugo Eckener), das über eine Motorvorwärmung verfügt, ist auch im Winter durchgehend einsatzbereit.

Weihnachtsfeier 2012

Wieder ist fast ein ganzes Jahr ins Land gegangen und es wurde Zeit, sich bei all denen, die in irgendeiner Weise ihren Beitrag für die Ortsgruppe geleistet haben, zu bedanken. Wir danken auch den technischen Leitungen, die diese stimmungsvolle Weihnachtsfeier für uns organisiert haben.

Leben retten, Tote bergen

Wir sind keine Helden." Bekräftigendes Nicken im Vereinsheim der DLRG. Und doch leisten die Frauen und Männer, die hier im Schulungsraum sitzen, das ganze Jahr über Außergewöhnliches. Sie gehen ins kalte Wasser, tauchen unter Eis, suchen Vermisste – allzeit einsatzbereit bei Wind und Wetter. Zwei Beispiele.

Bodenseekreis – 22. Januar. Eine stürmische Winternacht ist angebrochen. Bei sieben bis acht Beaufort Windstärke türmen sich hohe Wellen auf dem See. Eben haben die Fernsehnachrichten die Havarie der „Costa Concordia“ gemeldet, da piepsen die Funkempfänger. Die österreichische Seepolizei hat einen internationalen Alarm abgesetzt: In der Bregenzer Bucht werden zwei Sportfischer vermisst.

Angespannte Suche

Auch in Friedrichshafen schlägt das Wasser mit lautem Klatschen bis über die Hafenmauern. In Windeseile hat die DLRG eine Besatzung zusammengestellt und legt mit ihrer „Hugo Eckener“ ab. Das Boot soll Teil einer Suchkette werden – mit Schiffen der Polizei, der Feuerwehr, der Wasserwacht und weiterer Rettungsorganisationen. Bei Langenargen geht‘s los. Aus Dutzenden von Schiffen blenden Suchscheinwerfer auf.

Meter für Meter steuern die Suchtrupps ihre Boote durch den schäumenden See. Er spuckt seine Gischt ins offene DLRG-Boot, wo der Besatzung die Anspannung ins Gesicht geschrieben ist. „Du willst die Männer ja finden. Du schaust so angestrengt, dass du glaubst, hinter jeder Schaumkrone was zu sehen.“

Der Adrenalin-Pegel steigt von Stunde zu Stunde. Bis zur Rheinmündung bewegt sich die Suchkette, trifft dort auf eine zweite Kette, und steuert die gesamte Strecke wieder zurück – zweiter Suchdurchgang. Erst weit nach Mitternacht wird die Aktion abgebrochen. Ohne Ergebnis. „Da bleibt schon ein schales Gefühl zurück.“

Am Morgen klingelt bei den meisten um fünf oder sechs Uhr der Wecker. Sie haben ja auch noch einen fordernden Job, DRLG‘ler sind sie nur im Ehrenamt. Im Verlauf des Tages wird das Boot der vermissten Fischer gefunden. Es ist leer. Die beiden Männer bleiben verschwunden. Bis heute hat der See sie nicht preisgegeben.

Gefährliches Paradies

Ortswechsel. Der Bodensee bei Überlingen ist ein Taucherparadies. Aber eines, das schon viele Taucher ins Jenseits befördert hat. Am 31. August steigen zwei erfahrene Männer in die Tiefe, doch nur einer von ihnen kommt wieder zurück.

Die Rettungstaucher der DLRG werden an diesem Freitagabend aus der Feierabend-Ruhe aufgeschreckt. Die meisten sitzen mit ihren Familien gerade beim Abendessen. Sie rasen zum DLRG-Haus in Friedrichshafen, packen die Ausrüstung ein, mit Blaulicht geht‘s nach Überlingen.

Es ist mal wieder ein Einsatz bei Nacht. 14 DLRG-Taucher gehen in die Tiefe, teils vom Ufer aus, teils von einem Boot auf dem See. Sie tauchen bis zur Abbruchkante 30 Meter unter der Wasseroberfläche. Der See ist dunkel, kalt, es gibt nur wenig Sicht. So tasten sie sich vor, wühlen mit den Händen durch die Ablagerungen an der Felskante, immer darauf gefasst, plötzlich ins Gesicht eines Toten zu blicken.

„Meist bergen wir Tote“

Es ist bereits klar: Mehr können sie nicht mehr tun. „Für die Angehörigen ist es wichtig, dass der Tote geborgen wird.“ In dieser Nacht gelingt das nicht mehr. Erst zwei Tage später findet die Wasserschutzpolizei den Vermissten mit einer Suchkamera in 75 Metern Wassertiefe.

Oft haben es die DLRG‘ler mit extremen Situationen zu tun. Doch sie resignieren nicht. Sie trainieren, bilden sich fort, lernen Boot fahren, funken und wie man Bewusstlose wiederbelebt. Rund um die Uhr sind sie einsatzbereit. Rein ehrenamtlich. Keine Helden? Jedenfalls auch keine Anti-Helden.

Quelle: Wochenblatt - 27.12.2012