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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Bezirk Wedding/Prenzlauer Berg findest du hier .
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Die Wasserrettungsstation Scharfenberger Enge (Pelikan 234) ist am wunderschönen Tegeler See im Tegeler Forst gelegen. An der Spitze einer Landzunge, östlich des Arbeiterstrandes und südlich des Strandbads Tegelsee ist sie benannt nach der größten Insel des Tegeler Sees, der Insel Scharfenberg. Seit 1951, noch als Station Tegelsee I, beherbergt sie die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der DLRG und ist an Wochenenden und Feiertagen in der Boots- und Badesaison besetzt.
Sie ist mit dem Auto oder Bus zum Strandbad und einem kleinen Fußmarsch oder mit dem Fahrrad direkt ab Tegel gut zu erreichen.
Die erste Erwähnung einer Wache an der Scharfenberger Enge geht bereits auf das Jahr 1900 zurück. Um die Jahrhundertwende suchte die stark wachsende Berliner Bevölkerung zunehmend Erholung an den umliegenden Seen. Mit der Eröffnung des Bahnhofs Tegel an der Kremmener Bahn im Jahre 1893 hatte die Anzahl der Erholungssuchenden am Tegler See sichtlich zugenommen. Mit diesem Anstieg war allerdings auch ein Anstieg der Unfälle an den Gewässern zu verzeichnen. Während anderorts die Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgegend (RWBU) ihre ersten Stationen errichtete, so war es die Arbeiter-Samariter-Kolonne, die zuerst Sicherheit am Tegeler See verbreitete. Ausgestattet mit einer Decke, einer Verbandstasche und einer Flagge verrichteten zwei in erster Hilfe ausgebildete Samariter ihren tapferen Dienst. 1909 schließen sich die Samariter im bis heute agierenden Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zusammen, der Wasserrettungsdienst lief derzeit auch unter dem Namen Arbeiter-Wasser-Rettungsdienst (AWRD).
Während des ersten Weltkrieges sank die Zahl der aktiven Samariter auf etwa ein Viertel. Ob dementsprechend ein Wasserrettungsdienst an der Scharfenberger Enge durchgeführt werden konnte, ist fraglich.
1926, ein paar Jahre nach dem Krieg, wurde der Wasserrettungsdienst in Berlin unter den damaligen Wasserrettungsorganisationen aufgeteilt, der Tegeler See wurde dem ASB zugesprochen. Die DLRG ging bei der Aufteilung leer aus und beschränkte sich in Berlin fortan auf die Ausbildung in den Schwimmhallen. Im Zuge dessen wurde dem ASB ein Grundstück in Saatwinkel zugewiesen, von dort aus starteten neu beschaffte Motorrettungsboote ihre Streiffahrten. Für die Außenstationen wurden mehrere große Zelte samt Inventar beschafft, auch die Wache an der Scharfenberger Enge wurde wohl damit ausgestattet. Spätestens ab 1932 bestand von der Scharfenberger Enge eine feste Telefonverbindung zur Hauptstation in Saatwinkel. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss die Station bereits mit einem Holzhaus ausgestattet gewesen sein.
Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, wurde der gewerkschaftsnahe ASB alsbald verboten und in das Deutsche Rote Kreuz (DRK) überführt oder aufgelöst. Die Materialien wurden zu großen Teilen beschlagnahmt. Ein vom DRK geführter Wasserrettungsdienst fand zu Beginn des zweiten Weltkrieges noch von Saatwinkel aus sowie am Strandbad Tegelsee statt, nicht allerdings an der Scharfenberger Enge oder an den anderen Stationen der Oberhavel.
Nach dem zweiten Weltkrieg fand in Berlin zunächst kein Wasserrettungsdienst statt. Grund dafür war unter anderem, dass die Besatzungsmächte zunächst keine Vereine zuließen. Erst nachdem im Jahr 1950 dann die DLRG Berlin wieder ins Leben gerufen wurde, wurde im Jahr 1951 mit einem geliehenen Zelt der französischen Militärverwaltung auch mit dem Wasserrettungsdienst am Tegeler See wieder begonnen. Der Krieg und die folgenden Hungerjahre hatten fast alles bisher Errungene zerstört. Das Zelt für die Scharfenberger Enge, fortan Station Tegelsee I, musste in alter Tradition jedes Mal vor Dienstbeginn am Sonnabend auf- und nach Dienstschluss am Sonntag abgebaut werden. Über die Woche wurde es im Haus des ASBs in Saatwinkel gelagert. Dorthin wurde es ebenfalls den Motorbooten des ASB verbracht.
Ebendiese Motorboote waren es auch, die im ersten Jahr im Einsatzfall Rettungsschwimmer der DLRG von den Stationen einsammelten und zum Einsatzort verbrachten, eigene Boote auf dem Tegeler See besaß die DLRG zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das Vertrauen und die Sympathie der Badegäste verdienten sich die Rettungsschwimmer durch ihre stete Hilfsbereitschaft, ihre Wachsamkeit über den Strand und ihr Können in der ersten Hilfe.
Im Jahr 1952 wurde die DLRG Berlin in Bezirke aufgeteilt und die Station Tegelsee I wurde dem Bezirk Wedding zugeordnet. Sie wurde mit einem Ruderboot ausgestattet, so konnten unsere Rettungsschwimmer fortan nicht nur ihren Einsatzradius vergrößern, sie konnten nun auch selbstständig gekenterten Booten und ihren Insassen Hilfe leisten. Es wurden Schwimmflossen und Tauchmasken eingeführt, um den Schwimmern mehr Möglichkeiten bei der Personensuche zu bieten.
Auch die Ausrüstung der Station wurde vervollständigt: es wurden Ferngläser, ein Megafon und Rettungsringe beschafft, die Bootswerft Thomas in Tegelort spendete ein Rettungsbrett.
1956 konnte durch eine Spende des Zahlenlottos endlich dem ständigen Auf- und Abbauen des Zeltes ein Ende gesetzt werden, als Station wurde eine feste Holzhütte gebaut. Diese war in einen Erste-Hilfe-Raum und einen Unterkunfts- und Übernachtungsraum aufgeteilt. Ebenfalls kam das erste Tauchgerät, ein Delphin II, zum Einsatz. Ein Jahr später erhielt die Station einen Telefonanschluss, sodass von nun an die Feuerwehr und der landgebundene Rettungsdienst verständigt werden konnten.
Über die Jahre hinweg wurde die Ausstattung verbessert und dem Fortschritt der Technik angepasst. Die Tauchgeräte wurden durch bessere ausgetauscht, das Ruderboot erhielt zunächst einen Hilfsmotor und wurde 1962 durch ein Motorboot mit Außenborder ersetzt. Tauchanzüge wurden beschafft, um längere Tauchgänge auch bei kälterem Wasser zu ermöglichen.
Handfunkgeräte wurden beschafft, sodass die Station alsbald Unterstützung der Nachbarstationen anfordern oder durch die Einsatzleitstelle des Landesverbandes am Pichelssee direkt alarmiert werden konnte. Die Außenbordmotoren wurden größer und stärker und unsere Boote damit schneller und der Aktionsradius größer.
Die alte Holzhütte wurde im Herbst 1977 abgerissen, um Platz für eine dauerhafte gemauerte Station zu machen. Diese wurde, nach einer achtmonatigen Unterbrechung aufgrund von abweichenden Bauplänen, am 31. Mai 1980 feierlich an die Wachmannschaft und den Stationsleiter übergeben. Die Station besteht bis heute, wurde in den Jahren allerdings ebenfalls technisch auf dem Laufenden gehalten und gestaltet.
Unsere Station ist die größte DLRG-Station an der Oberhavel und verfügt neben einem Wachraum mit Küche und zwei Schlafräumen für Nachtbereitschaften auch über einen großzügigen Sanitätsraum, durch welchem bei wir unseren Patienten sowohl mit leichten als auch schweren Verletzungen die Erstversorgung gewähren können. Hierzu sind regelmäßig DLRG-Sanitäter und Sanitätshelfer auf der Wasserrettungsstation zugegen. Von der Terrasse aus kann man gut den Bereich des Tegeler Sees westlich der Insel Scharfenberg überblicken und bei Bedarf von dort aus direkt ins Boot steigen und zur Hilfe eilen. Der Turm bietet weiten Ausblick auch in Richtung Arbeiterstrand und Tegel, ist aber aufgrund einer mangelnden Zugangsmöglichkeit von innen gesperrt.
Neben dem unserem Rettungsboot sind zahlreiche andere Rettungsmittel vorhanden. Für die Rettung aus dem Wasser prädestiniert sind Wurfleinen, Gurtretter, Rettungsbrett und Rettungs-SUP, für die weitere Rettung verfügt die Station über eine Schaufeltrage und ein Spineboard, mit welchen Patienten mit schwereren Verletzungen aus dem Wasser getragen und an Land auf eine Vakuummatratze umgelagert werden können.
Auch eine benzinbetriebene, kräftige Pumpe kann von der Stationsmannschaft bedient werden. Sie hilft großen gekenterten Booten beim Lenzen.
Unser Motorrettungsboot "Kormoran" (Funkrufname "Pelikan 34") wird sowohl dafür, unsere gut ausgebildete Bootsmannschaft schnell zum Einsatzort zu fahren, als auch für Kontrollfahrten verwendet. Es ist eine Trave 540 der Firma Schlichting und leistet uns seit 2003 treue Dienste. Das aus heutiger Sicht eher kleinere Boot bietet ausreichend Stauraum für Sanitäts- und Hilfeleistungsmaterial, Einsatzkleidung der Bootsmannschaft und für Tauchausrüstung. Mit seinen 100 PS erzielt es eine Höchstgeschwindigkeit um 55 km/h und kann somit binnen Minuten auch die hintersten Stellen des Einsatzgebietes erreichen.
Zu einer typischen Bootsmannschaft zählen:
Des Weiteren können zum Beispiel auch Taucherinnenn und Taucher, sowie Leinenführerinnen und Leinenführer das Team ergänzen und im Falle einer Personensuche oder technischen Hilfeleistung den Aktionsradius deutlich verstärken.
Ein Besonderer Dank gilt der Arbeitsgemeinschaft Wasserrettungsdienst Berlin. Das Buch "100 Jahre organisierte Wasserrettung in Berlin" gibt nicht nur Einblick in die Entwicklung unserer Stationen, sondern auch in das große Drumherum. Die Lektüre lohnt sich!
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