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Wasserrettungsstation Sandhausen

An der Badestelle Sandhauser Straße in Heiligensee liegt die Wasserrettungsstation Sandhausen (Pelikan 235). Als nördlichste Wasserrettungsstation Berlins hat sie eins der größten eigenen Einsatzgebiete, welches sich von der Oberhavel aus nach Norden über den Niederneuendorfer See erstreckt und auch den Heiligensee beinhaltet. Bequem erreichbar ist die Station sowohl mit dem Fahrrad und dem Auto als auch mit dem Bus, welcher direkt an der Station vorbeifährt. An den Wochenenden und Feiertagen der Boots- und Badesaison wird die Station von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern besetzt.

Geschichte

Zuallererst wurde der Standort an der Sandhauser Straße wohl vom Arbeiter-Samariter-Dienst (ASB) bewacht. Eine sogenannte fahrbare Erste-Hilfe-Station wurde von den Kameradinnen und Kameraden des Ortsverbandes Tempelhof an ebendieser Stelle aufgestellt und verbreitete Sicherheit. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Grenze zwischen BRD und DDR durften dort allerdings keine Rettungsboote fahren.

Im Jahr 1970 wurde der DLRG dann nach langem Bitten von amtlicher Seite gestattet, Kontrollfahrten mit ihren Booten im Grenzgebiet der Westberliner Havel durchzuführen. Im selben Jahr wurde an der Badestelle Sandhauser Straße eine Zeltstation der DLRG aufgebaut. Den dortigen Wachdienst verübten ausschließlich Helfende der DLRG, allesamt Lehrlinge der Firma Siemens.

Die Firma Siemens sorgte zeitnah für die Pacht eines Grundstückes mit einem kleinen alten Haus an dieser Stelle. Im Winter 1970/71 wurde dieses instandgesetzt und zu einer kleinen Wasserrettungsstation ausgebaut. Die Firma Siemens hatte auch einen Vorteil davon, so fanden ihre Angestellten in der Inselstadt Westberlin eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Dieses kleine Haus bestand bis ins Jahr 1985, dann wurde im Rahmen einer Ausbauoffensive von Berliner Wasserrettungsstationen mit dem Bau des heutigen Stationsgebäudes begonnen.

Ausstattung

Die Station ist in ihrer Bauart einzigartig. Das zweistöckige Holzhaus ist gemütlich eingerichtet und hat als markantestes Merkmal einen großen Balkon im ersten Stock, von dem aus sich sowohl der anliegende Strand als auch die Havel sehr gut überblicken lassen. Im Untergeschoss befinden sich ein Wachraum, ein Sanitätsraum und ein Lager, im Obergeschoss die Küche samt Aufenthaltsraum und der Schlafraum. Vor der Station liegt ein kleiner Garten, welcher ebenfalls zur Station gehört und in welchem bei gutem Wetter nicht nur gegessen wird, sondern auch genug Platz für Ausbildung und kleinere Übungen ist. Von der Wasserseite des Gartens aus geht es dann auf den Steg, an welchem die Rettungsboote liegen.

Rettungsmittel

Neben zwei Rettungsbooten besitzt die Station auch ein Rettungsbrett, ein Spineboard sowie Wurfleinen und Gurtretter. Die Handhabung dieser Rettungsmittel wird regelmäßig geübt, um im Ernstfall bestmöglich handeln zu können.

Rettungsboote

Zur Station zugeordnet sind die Motorrettungsboote "Ernst Schering" (Funkrufname "Pelikan 35") und "Heiligensee" ("Pelikan 39"). Beide Boote sind vom Typ Trave 540 der Firma Schlichting. Ersteres wurde bereits 1998 in Dienst gestellt, zweiteres im Jahr 2010. Mit je 90 PS erreichen sie zügig alle Winkel ihres Einsatzgebietes und sind auch für technische Hilfeleistungen bestens vorbereitet.

Ein Besonderer Dank gilt der Arbeitsgemeinschaft Wasserrettungsdienst Berlin. Das Buch "100 Jahre organisierte Wasserrettung in Berlin" gibt nicht nur Einblick in die Entwicklung unserer Stationen, sondern auch in das große Drumherum. Die Lektüre lohnt sich!

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